• So begeistern Böden besonders

So begeistern Böden besonders

20.09.2018 DANIEL HEUSSER Geschäftsführer BodenSchweiz, Verband Bodenbelagsfachgeschäfte

Bodenbeläge – Parkett ist nach wie vor sehr beliebt, aber auch Teppiche, Kork- oder Designböden kommen 2018 zum Einsatz.

Der Boden nimmt in einem Baukörper – abgesehen von der Decke – die grösste Fläche ein. Betritt der Besucher einen Raum, schaut er normalerweise von links nach rechts, den Kopf leicht nach unten geneigt. Und schon ist der Boden im Fokus. Die passenden Bodenbeläge auszuwählen, ist aber gar nicht so einfach. Am besten bespricht der Bauherr bzw. Eigentümer seine Vorstellungen und Bedürfnisse mit einem Fachmann.

Die beliebten Naturprodukte Parkett und Kork

Parkett besteht aus mindestens 2,5 mm Nutzschicht und ist ein klassisches Naturprodukt. Der Parkettboden bietet Natürlichkeit und eine sehr lange Lebensdauer, da er je nach Nutzschicht mehrmals abgeschliffen werden kann. Parkett eignet sich bei entsprechender Behandlung auch für den Aussenbereich und sogar in Nasszellen.

Noch ökologischer als Parkett wäre ein Boden aus Kork, weil bei der Korkgewinnung nur die Rinde abgeschält wird und diese wieder nachwächst. Ebenfalls ökologisch unbedenklich sind Holzböden aus Bambus, da Bambus pro Tag bis zu einem Meter wachsen kann. Tropenholz ist in Europa nur noch selten anzutreffen und fast etwas verpönt. Zu über zwei Dritteln wird Eichenholz zu Parkett verarbeitet. Es existiert eine schier unüberschaubare Anzahl von Ausführungen für Parkett. Eine Beratung durch kompetente Fachleute ist bei diesem Material deshalb empfehlenswert. 

Ein Holzboden muss nicht zwingend glatt sein. Es gibt heute unzählige Oberflächenbehandlungen wie sägerau, gebürstet, handgehobelt und mehr. Dies verleiht dem Parkett seine Einzigartigkeit. Ebenso existieren Beschichtungen, die für eine hohe Rutschfestigkeit sorgen.

Teppich schafft Behaglichkeit

Teppiche sind grundsätzlich sehr dankbare Bodenbeläge. Als textile Beläge sind sie dampfdurchlässig – die Untergrundfeuchtigkeit ist vernachlässigbar –, bieten hohen Gehkomfort und sind für Allergiker ideal, da sie den Staub binden. Auch der Geräuschkomfort von Teppichen ist hoch – egal, mit welchen Schuhen jemand darauf herumläuft. Teppiche sind heutzutage in unzähligen Qualitäten, Varianten und Farben lieferbar und sorgen für warmen Wohnkomfort. Die Mär mit den Milben im Teppich ist ein hartnäckiges Vorurteil: Denn Milben können erst ab einer Luftfeuchtigkeit von 55 Prozent entstehen. In den meisten Wohnungen und Häusern hat man jedoch mit einer zu niedrigen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen. Damit ist kein Nährboden für Milben gegeben.

Teppiche bestehen aus Naturoder synthetischen Fasern. Eingesetzt werden können sie nach Belieben, Geschmack und Raum. Sie sind zudem meist schwer entflammbar. Das ist mit ein Grund, warum auch in Flugzeugen Teppichböden anzutreffen sind.

Designbeläge: die grosse Vielfalt

Im Trend liegen auch die sogenannten Designbeläge. Diese haben den Vorteil, dass sie in einer unendlichen Vielfalt angeboten werden. Es sind sogar strukturierte Oberflächen möglich. Zudem sind Designböden sehr hygienisch und deshalb beispielsweise in Spitälern und Altersheimen anzutreffen. Sind die Beläge aus PVC, können sie sogar zu 100 % rezykliert werden. Weichmacher wie Phthalate sind zwischenzeitlich praktisch aus allen Designbelägen verschwunden.

Das seit über 150 Jahren bekannte Material Linoleum ist nicht wie landläufig oftmals gemeint ein Kunststoff, sondern ein 100 % natürliches Material. Es besteht aus Leinöl, Korkmehl und Jutegewebe.

Designbeläge werden meist in Platten und versiegelt geliefert. Diese verschweisst der Fachmann miteinander oder verklebt sie. So entsteht eine harmonische Einheit. Selbstverständlich kann man zu einem späteren Zeitpunkt einzelne Platten nach Belieben auswechseln. Jede Versiegelung lässt sich zudem abschleifen und wieder neu versiegeln. Damit halten solche Designbeläge ein Leben lang.

Böden zu verlegen, will gelernt sein

Seit einigen Jahren besteht in der Schweiz die Tendenz, dass Eigenheimbesitzer handwerkliche Arbeiten an ihrem Haus selbst ausführen. Wohl gratuliert sei dem, der in allen Belangen in und ums Haus die Fachkenntnisse besitzt, die relevanten Vorschriften kennt, die notwendigen Werkzeuge dazu hat und dann auch noch sicher damit umgehen kann. Doch aufgepasst: Gerade das Verlegen von Bodenbelägen wird oftmals unterschätzt. Typische Fehler dabei sind eine ungenügende Trocknung des Untergrundes, schlechte oder falsche Entfernung alter Bodenbeläge, der Einsatz ungeeigneter Klebstoffe, eine falsche Verlegerichtung, grosse Verschnitte oder eine ungeeignete Materialwahl, um nur einige Beispiele zu nennen. Deshalb lohnt sich der Beizug einer Fachperson, die zusammen mit dem Eigentümer die verschiedenen Produkte und Materialien in Ruhe und mit einer seriösen Fachberatung auswählt. Ist die richtige Produktwahl getroffen, geht es ans eigentliche Verlegen – die Haupttätigkeit eines jeden Bodenlegers. Gerade beim korrekten Verlegen sind Fachkenntnisse gefragt, damit Bauherren oder auch Wohnungsmieter viele Jahre Freude am Bodenbelag haben.

Der Bodenleger kennt die verschiedenen Untergründe und weiss, wie diese korrekt vorbehandelt werden müssen. Nur so ist man in der Lage, die neuen Bodenbeläge fachtechnisch korrekt zu verlegen. Dabei sind immer auch umfangreiche Kenntnisse im Bereich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes gefragt. Denn Bodenleger arbeiten mit chemischen Produkten (z. B. Klebstoffen) und mit Werkzeugen und Maschinen (z. B. Kreissägen), deren Bedienung nicht immer einfach ist. Diese beherrscht ein professioneller Bodenleger. Bodenleger geben auf Arbeit und Material ganze fünf Jahre Garantie. Qualifizierte Bodenbelagsfachgeschäfte finden Sie auf der Website des Schweizerischen Verbandes der Bodenbelagsfachgeschäfte BodenSchweiz: www.bodenschweiz.ch